Unsere erste komplette Nacht auf dem Wasser – dieses Jahr jedenfalls

Gestern früh haben wir nun Boulogne s/Mer mit Ziel Cherbourg verlassen. Auf direktem Weg sind es ca. 140 Seemeilen. Auf Grund der aktuellen Windverhältnisse und Gezeitenströmungen waren es am Ende 170 Seemeilen.

Gestern noch wurden wir von der Französischen Küstenwache aufgebracht. Sie hielten mal voll auf uns zu, ohnen AIS Kennung versteht sich. AIS das Automatic Identification System funktioniert über UKW und überträgt die wichtigsten Schiffsdaten, wie Grösse, Schiffsart (Tanker, Passagierschiff, …), … sowie auch den aktuellen Kurs und die Geschwindigkeit. Die Berufsschifffahrt hat eine Ausrüstungspflicht, die Sportschifffahrt kann solche Geräte führen. Wir haben einen sogenannten Transponder, d.h. wir senden einerseits ein Signal, sind also für alle sichtbar, andererseits sehen wir sämtliche Schiffe die ein AIS mit sich führen. Dies ist insbesondere in dicht befahrenen Gebieten wie im Englischen Kanal sehr hilfreich, da man die Schiffe nicht nur deutlich früher sieht, sondern auch genau weiss wohin sie gerade fahren, meist ist sogar der Zielhafen angegeben, so dass bei gewissen Wendemarken auch absehbar ist, in welche Richtung das Schiff fahren wird.

So lange wir uns in Küstennähe befinden, könnt Ihr unser AIS Signal auch übers Internet über Marine Traffic verfolgen.

Die freundlichen Franzosen der Coast Guard haben uns dann aber doch nicht über den Haufen gefahren, wohl aber Funkkontakt mit uns aufgenommen. Nachdem wir Ihnen gesagt hatten, wo wir herkommen und wohin wir fahren wollen, war der Spuk dann auch vorbei.

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Nur Abends kurz vor Sonnenuntergang haben wir die Jungs noch mal getroffen.

Ansonsten war die Fahrt in weiten Teilen ruhig, wenn auch der Wind nicht wie erhofft auf Nordwest gedreht hat. Statt dessen haben wir morgens um 3h, ich hatte mich gerade 1h vorher ein wenig hingelegt, auf der Höhe von Le Havre einen auf die Nase bekommen. Nach einer Winddrehung um fast 90° hat der Wind binnen Minunten von 3 auf 5 Windstärken aufgefrischt, um dann kurz danach wieder abzuflauen. Wir also mitten in der Nacht alle Plünnen (Segel) eingerollt, um sie kurz danach wieder auszurollen. Zwei Stunden später, ich wollte mich gerade noch mal hinlegen, zog noch eine Regenfront durch. Dieses Spektakel kam mit heftigem Regen und einer Böenfront, dieses mal bis Windstärke 6, kaum hatten wir die Segelfläche deutlich reduziert, schlief der Wind fast komplett ein. Wir vermuten, dass diese Nacht schon mal ein Vorgeschmack auf die Squalls auf der Überfahrt kurz vor der Karibik war.

Da der nun eingeschlafene Wind uns nur noch 3 Knoten bewegte (auf Grund der Gezeitenströmung waren es dann nur noch 1,2 Knoten über Grund) haben wir für den Rest der Fahrt den Motor angeschmissen.

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Zwei Stunden vor Ankunft in Chrbourg haben wir uns beim Angeln versucht. Immerhin den Knoten zum Anbinden des Angelhakens / Köder können wir jetzt, Fisch gabe es heute Abend leider noch nicht.

 

 

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Fragen benatworten wir immer gerne. 

Ein wunderbares Anlegemanöver am Geländer in Port Louis auf Mauritius

4 Antworten

  1. Ihr Lieben, alle miteinander!!!!!
    Großartig. wie der heutige Tag für euch verlief, Glückwunsch ! – Ich habe eure aktuelle Position sehr intensiv verfolgt,.
    Mein Kommentar vom 18.08.war leider erst mit dem heutigen Datum erschienen. Franka, ich hatte es sehr pünktlich an deinem Geburtstag geschrieben, weil ich da natürlich ganz besonders an dich gedacht habe. –
    Der Crew weiterhin so gutes Gelingen, viele Grüße von eurer Stephie / Großmama

  2. Ihr Lieben

    Schön, dass es euch gut geht!
    Wir grüßen euch aus Paris. Steuern Sonntag Nantes an. Heute stehen erst mal der Louvre und morgen Versailles auf dem Programm. Freuen uns schon auf den Atti und die Natur und euch?
    Fernziel Bilbao noch möglich :)))

    Liebe Grüße von Tania + Peter

    1. Schön von Euch zu hören. Wir werden Cherbourg morgen verlassen und die Kanalinseln ansteuern. Bilbao ist noch im Bereich des Möglichen, meldet Euch einfach von unterwegs, dann schauen wir weiter.

  3. Liebe(r) Urte, Consti & Co,

    ist doch gut , wenn ich mal mit Heike dogwalking durchziehe. So habe ich durch Sie Euch endlich aufgestoebert und….. waehrend andere schlafen, iiihh wie langweilig lese ich wie und wo Ihr Euch herumtreibt. Da kriege ich schon feuchte Augen.
    Apropos Augen – Ihr seid die Seeleute und ich sehe zu !

    So munter geschrieben Euer blog – macht mir grossen Spass, da herumzuschnuppern.
    Ahoi und bis bald
    Barfuss Harald

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