Gechillt in der Hängematte in Mopelia Französisch Polynesien

Die hapa na sasa erreicht Mopelia, ein absolutes Südseeidyll

Rückblick, auch wenn am Anfang in Mopelia noch 6 weitere Schiffe mit uns vor Anker liegen, so ist Mopelia wohl doch das am wenigsten besuchte und ursprünglichste Atoll der Gesellschaftsinseln. Selbstredend gibt es hier keinen Laden, keine Post, kein Internet und kein Telefon.

An Land werden wir von einer Hängematte begrüsst

Wir machen unser Dinghy fertig und fahren über türkisfarbenes Wasser an diesen kilometerlangen weissen Sandstrand. Würde ich dies so woanders lesen, hätte ich meine Zweifel, ob es das wirklich gibt oder ob mich ein geschickter Texter in die Illusion mitnehmen möchte.
Wir ziehen unser Dinghy auf den Strand und entdecken dort sogleich eine einladende Hängematte. Nicht ein südamerikanisches, buntes, gewebtes Modell, sondern ein Fischernetz an den Enden aufgespannt durch zwei Bambusstangen, knapp 2m breit, 3m lang und weiter kommen wir erst einmal nicht.

Gechillt in der Hängematte in Mopelia Französisch Polynesien

Paula und Constantin auf Mopelia

Louisa, Paula und Constantin auf Mopelia

Nach einer Stunde Ausblickgeniessen, brechen wir auf, gehen die Hauptstrasse entlang an einigen Hütten. Hauptstrasse, das ist hier ein sandiger von Palmen befreiter Weg.
Zufällig treffen wir auf Monika, Patrick, Oliver und Kassandra von der “Litorina”. Sie kommen aus Schweden und sind bereits seit 3 Jahren unterwegs. Das letzte Jahr haben sie komplett auf Bora Bora verbracht, die Kinder sind dort ein Jahr zur Schule gegangen. Mit ihnen zusammen suchen wir uns einen Weg auf die Aussenseite der Insel und laufen gefühlte Stunden auf angeschwemmten Muscheln und Korallen. Unsere Kinder sind erst zögerlich, freunden sich dann aber vor allem mit Kassandra an, und wir verbringen einige Zeit mit Monika und Patrik.
Monika, Patrik, Kassandra, Oliver und die Crew der hapa na sasa
Monika, Patrik, Kassandra, Oliver und die Crew der hapa na sasa mit frischen Kokosnüssen.

Entlang der Hauptstrasse finden wir teils verlassene Camps der Copraarbeiter
Entlang der Hauptstrasse finden wir teils verlassene Camps der Copraarbeiter.

Vor Anker in der Lagune von Mopelia

Die Zeit von Anker in der Lagune von Mopelia ist entspannt. Die Kinder spielen die meisten Nachmittage mit Kassandra von der Litorina.
Einen Tag fahren wir mit Matt und Kate von der “Tamata” mit den Dinghies zum Pass. Matt ist ein erfahrener Spearfisher. Beim Spearfishing sucht man sich sein Mittagessen, taucht bis zu 12m zu ihm herab, positioniert sich und erlegt es dann mit einem Speer. In der einfachen Form wird der Speer mit einem einfachen, mit der Hand gespannten Gummiband abgeschossen. Bei der etwas komfortableren Form wird der Speer mit einer Art Harpune abgeschossen. Damit der Speer nicht auf Nimmerwiedersehen mit dem Fisch verschwindet, ist er mit einer 100 Fuss Leine mit der Harpune verbunden.
Die Herausforderung beim Spearfishing ist, schneller zu sein, als die Haie. Sobald man einen Fisch getroffen hat, tauchen quasi aus dem Nichts Haie auf. Im besten Fall sind es nur Schwarzspitzenhaie, die relativ scheu sind, dann heisst es schnell den Fisch über die Wasseroberfläche zu bringen. Im schlechteren Fall kommt ein grauer Hai, dann überlässt man ihm besser seinen Fang. Der Graue gerät sofort in einen Fressrausch und in Windeseile ist der Fisch vom Speer gerissen. Da möchte man auf keinen Fall dazwischen kommen.

Hinter der hapa na sasa versammeln sich oft 7-8 Schwarzspitzenhaie.

Am Heck der hapa na sasa sind oft bis zu 8 Schwarzspitzenhaie, als wenn wir sie dort füttern würden. In der Regel sind sie relativ scheu, trotzdem ist es nicht schön, wie sie dort lauern.
Weitaus unangenehmer war der graue Hai, der mich mehrmals beim Abtauchen unseres Ankers überraschte. Nicht nur, dass er mit 2 Metern deutlich grösser als die Schwarzspitzenhaie war, er ist auch nicht so scheu wie letztere.

Spearfishing im Pass von Mopelia mit Matt und Kate

Herzlichen Glückwunsch Franka, natürlich haben wir Deinen Geburtstag auf Mopelia intensiv mit einem leckeren Geburtstagskuchen gefeiert.
Happy Birthday aus Mopelia für Franka

Marcello, Adrienne, Faimano, Karina und Ana sind vor 3 Jahren nach Mopelia zurückgekehrt

Auf unserem zweiten Besuch an Land treffen wir an einer der Hütten auf Marcello, Adrienne, Faimano, Karina und Ana. Sie haben schon vor vielen Jahren auf Mopelia gelebt, mussten vor 13 Jahren jedoch vor einem Zyklon, einem Wirbelsturm, flüchten. Der Zyklon hat damals die komplette Insel verwüstet, nicht nur die Hütten sind weggeflogen, sondern auch die gesamte Vegetation wurde vernichtet, der dichte Palmenwald wurde abgeräumt, weggeblasen. Vor 3 Jahren sind sie zurückgekehrt und stellen jetzt wieder Copra her.
Copra wird z.B. als Rohstoff zur Herstellung von Kokosöl benötigt. Zur Copraherstellung werden die Kokosnüsse vom Boden aufgesammelt und mit einer grossen Axt gespalten, danach wird das Kokosfleisch mit einer Art Messer entfernt und an der Sonne getrocknet. Eine ausgewachsene Palme produziert bis zu 400 Kokosnüsse pro Jahr, ohne Abhängigkeit von einer Saison oder einer sonstigen Wachstumsperiode. Das Rohmaterial ist hier im Überfluss vorhanden. Ein körperlich anstrengender Job, der auf vielen Inseln bereits aufgegeben wurde. Hier ernährt er die knapp 20 Bewohner der Insel.

Das Copracamp von Marcello und Adrienne auf Mopelia Französisch Polynesien
Hier produzieren Adrienne, Marcello und ihre Töchter Copra.

Auch Ana, die jüngste Tochter von Adrienne und Marcello, kann schon mit unserer Axt Kokosnüsse öffnen.
Ana, die jüngste Tochter von Adrienne und Marcello, kann mit unserer Axt schon Kokosnüsse öffnen. Ich meinerseits brauche noch ein wenig Übung.

Nachdem Marcello vor 5 Jahren ein 200 Liter Dieselfass auf die Hand gefallen ist, hat er ein Tischtennisball grosses Geschwür auf der Handaussenseite und kann die Frauen bei der harten Arbeit nur eingeschränkt unterstützen.

Das Versorgungsschiff kommt nur alle 8 Monate nach Mopelia

Alle 8 Monate kommt das Versorgungsschiff und holt die ca. 40 Tonnen Copra ab und bringt sie nach Tahiti zur Weiterverarbeitung. Gleichzeitig bring das Versorgungsschiff auch Lebensmittel und Diesel, die Marcello und Adrienne jeweils für die nächsten 8 Monate bestellen. Und nicht nur das, mit dem Versorgungsschiff reisen immer auch Freunde, Familienmitglieder und ein Arzt oder Zahnarzt an. Wenn dass Schiff in einer Woche kommen soll, wird es für 2 Tage also ein richtig grosses Wiedersehensfest geben und endlich auch wieder frisches Obst, Gemüse und sicherlich auch einige Stangen frisches Baguette für die Familie. Aber ob das Schiff wirklich in der nächsten Woche kommt, ist dann doch nicht so klar, oft verschiebt sich dieser Termin auch noch einmal um weitere Wochen.

Zum Abschied geben wir Marcello und seiner Familie einige Mitbringsel und für Ana Stifte und Malbücher. Ana, die kleine 7 jährige Tochter, läuft kurz weg und bringt uns jedem eine Muschelkette. Wir sind tief beeindruckt, von dieser wundervollen Familie, die einerseits hart körperlich arbeitet, andererseits aber total entspannt und bewusst in diesem Idyll lebt. Adrienne sagt ganz klar, wir haben hier alles: „Wenn wir Fisch wollen fangen wir ihn in der Lagune, wenn wir Kokoskrabben essen wollen fangen wir sie auf der Insel, wir haben Wasser, Kokosnüsse und leben an diesem wunderschönen Ort.“ Vielen Dank an euch, tief bewegt verlassen wir diesen traumhaften Ort mit diesen wunderbaren Eindrücken.

Die Muschelketten für die Kinder werden schnell angefertigt.
Adrienne ist so begeistert von Louisa und Paula, dass sie auch für sie noch scnell Muschelketten anfertigt.

Adrienne, Karina und Anna auf Mopelia

Marcello ist der Chief von Mopelia

Join The Ride

Fragen benatworten wir immer gerne. 

Ein wunderbares Anlegemanöver am Geländer in Port Louis auf Mauritius

2 Antworten

    1. Hi Betti und Christian, schön von Euch zu hören. Wie war die Saison im Med? Geht es für den Winter wieder gen Westen?
      Liebe Grüsse
      Constantin

Kommentare sind geschlossen.

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